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Weinreise nach Montefalco oder: Wie Weine aus Umbrien in DIE WEINHANDLUNG kommen

Weinhändler ist ein Traumberuf. Die eine Hälfte seines Arbeitslebens reist der Händler zwischen den Weinbauregionen umher, um zu schnuppern, schlürfen und schmecken, was die Winzer in Flaschen, Fässern und Tanks erzeugt haben. Die andere Hälfte seiner Zeit verbringt er in der Weinhandlung und schwärmt den staunenden Kunden von seinen Erlebnissen vor.

Schön wär’s ja, aber tatsächlich reisen wir nicht halb so viel herum, wie manche unserer Kunden vermuten. Der Grund liegt auf der Hand. Die Kosten für die Weinsuche wären mit dem Verkauf der gefundenen Weine nicht zu erwirtschaften. Vielmehr ist es in der Regel so: Durch Hörensagen, Publikationen oder auf Messen werden wir auf Erzeuger aufmerksam, deren Weine für uns, also vor allem für unsere Kunden, interessant sein könnten. Nachdem wir sie – meist eher zwischen Tür und Angel, manchmal auch bei einem guten Essen – gemeinsam verkostet haben, entscheiden wir, welche Weine wir in unser Sortiment aufnehmen. Bestellt wird per Fax, Mail oder Telefon. Ein paar Tage später steht der Wein im Geschäft, und unsere Kunden – Sie! –entscheiden darüber, wie lange er dort stehen bleibt …
Selten, ganz selten, hat der Weinhändler das große Glück! Das kann dann so aussehen: Eine Weinbauregion lädt zum Zweck einer besseren Vermarktung ihrer Produkte Weinhändler aus anderen Ländern ein, eben diese Gegend, ihre Winzer und Weine kennenzulernen. Kosten und Organisation der Reise übernehmen die Weinbaubetriebe der Region. Auf diese Weise gelangten kürzlich acht deutsche Weinhändler in das Anbaugebiet MONTEFALCO in UMBRIEN.

Dort standen ihnen in zweieinhalb Tagen die Türen zu 13 Weinkellern offen. Das heißt: 13 Winzer erklärten ihnen ihre Philosophie, sie besichtigten 13 Weinkeller und verkosteten 13 Mal typische Weine der Region in jeweils unterschiedlicher Qualität und Machart. Wer so etwas für Urlaub hält, liegt falsch! Es ist harte, aber sehr lohnenswerte Arbeit. Denn dreizehn Winzer haben auch ebenso viele Ideen, wie unter den gesetzlichen Rahmenbedingungen herausragende Weine erzeugt werden können. Dies sind in dieser Region in erster Linie Rotweine aus der kleinbeerigen Sagrantino-Rebe bzw. Cuvées aus Sangiovese, Sagrantino und anderen zugelassenen Sorten. Außerdem produziert jeder Winzer dort noch ein, zwei Weißweine, auf jeden Fall jedoch den Passito, einen Dessertwein aus Sagrantino. Außerdem gibt es immer auch Olivenöl. Das Probeprogramm, Sie ahnen es, war straff.

Dennoch ist so eine Einladung ein Segen. Wie nebenbei sammeln wir Händler bei dieser Gelegenheit zahlreiche Informationen und bekommen ein Gefühl für eine ganze Weinbauregion. Was – wieder daheim in DER WEINHANDLUNG – natürlich auch der Kundenberatung zugutekommt. Unsere Weine von Arnaldo Caprai zu empfehlen – Montefalco Rosso, eine Cuvée aus mehrheitlich Sangiovese mit kleinerem Sagrantinoanteil sowie anderen Rebsorten, und auch der Sagrantino selbst – macht nun noch mehr Freude als zuvor. Zahlreiche Proben anderer besuchter Weingüter liegen schon zur Rückverkostung bereit. Sobald wir diese von uns in Umbrien gerade entdeckten Weine unter „neutralen Bedingungen“ erneut probiert und für gut befunden haben, werden weitere Weine aus Montefalco in unser Sortiment wandern, damit auch Sie von dieser gelungenen Weinreise profitieren können!